Jonathan Lucas Hauser

Jonathan Lucas Hauser ist Komponist, Pianist und Sprecher aus Salzburg. Seine Werke verbinden emotionale Klaviermusik mit visuellen Medien und persönlichen Erzählungen. Inspiriert sind sie von Begegnungen über kulturelle Grenzen hinweg und von der Frage, wie Musik zu einem Raum der Verständigung werden kann.

Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, erlebte Hauser früh die verbindende Kraft der Musik. Als Sohn des Gitarristen und Musikschullehrers David Hauser kam er bereits in früher Kindheit durch familiäres Musizieren und unterschiedliche Bandprojekte mit der Vielfalt der Musikgeschichte in Berührung. Zugleich entdeckte er im Austausch mit seinem Großvater, einem Automechaniker, seine Begeisterung für Technik und Maschinenbau. Die Mitarbeit an zahlreichen technischen Projekten legte den Grundstein für seine spätere technische Ausbildung und seinen unternehmerischen Zugang.

Dank intensiver Förderung erhielt Hauser schon früh Unterricht bei mehreren Lehrpersonen. Ab dem sechsten Lebensjahr wurde er von der Klassikpädagogin Sibylle Schefczig unterrichtet, die bei Hans Leygraf Konzertfach am Mozarteum studiert hatte und durch Meisterkurse bei Karl-Heinz Kämmerling geprägt worden war. In langen Klavierabenden und intensiven Vorbereitungen entwickelte Hauser eine besondere Nähe zur romantischen Klavierliteratur, vor allem zu Chopin und Beethoven, deren Einfluss seine musikalische Sprache bis heute mitprägt.

Durch den Unterricht seines Vaters sowie einer befreundeten Musiktheorie-Lehrerin begann Jonathan Hauser im Alter von zehn Jahren, seine Begabung für die Komposition zu entdecken. Der Vater vermittelte ihm und seinem Bruder früh eine Haltung, die Hausers künstlerisches Selbstverständnis nachhaltig prägte. Musik ist dazu da, Menschen miteinander zu verbinden, und ist vor jeder Leistung Ausdruck der eigenen inneren Welt. Durch einen Freund der Familie verdichtete sich diese Sicht in einem Satz, der sich Hauser tief einprägte:„Wenn man so spielen kann, geht es nicht darum, wie gut du bist, sondern vielmehr darum, wer du bist. In Verbindung mit der intensiven klassischen Klavierausbildung eröffnete ihm diese Sichtweise einen freien und zugleich tiefen Zugang zum Instrument.

Besonders in seiner Jugend gewann das Komponieren für Hauser existenzielle Bedeutung.Inmitten familiärer Schicksalsschläge und persönlicher Herausforderungen wurde es für ihn zu einem Mittel der Verarbeitung und der inneren Orientierung. In dieser Zeit entstand der erste Impuls zu seinem Klavierzyklus „Piano of Peace“; insbesondere das Stück „Reminder“ ist dieser Phase gewidmet.

Auch sein persönliches Umfeld, nicht zuletzt seine Mutter, war stark sozial engagiert. So kam Hauser schon früh mit Menschen in Kontakt, die sich humanitär einsetzten. Nach dem Abschluss einer technischen Höheren Schule leistete er 2015 seinen österreichischen Zivildienst in einer Flüchtlingseinrichtung. Als Mitteleuropa wenige Wochen nach Beginn seines Dienstes von der großen Fluchtbewegung des Jahres 2015 erfasst wurde, begegnete er dort unmittelbar traumatisierten Menschen aus Syrien und der umliegenden Region.

Nach dem Ende dieser neun Monate entschloss sich Hauser, ein weiteres Jahr humanitärer Arbeit zu widmen. Er war mehrere Monate in Griechenland, der Osttürkei, Israel, Jordanien und Georgien unterwegs. In dieser Zeit, die auch von politischen Spannungen und militärischen Unruhen in der Türkei überschattet war, erlebte er eine Vielzahl prägender Situationen, die seinen Fokus auf die Würde des Menschen nachhaltig festigten. Das Klavier blieb dabei sein wesentliches Ausdrucksmittel.

Nach seiner Rückkehr nach Österreich entschied sich Hauser für ein Studium an der Technischen Universität München sowie an der Universität Salzburg. Nach dem Abschluss seines ingenieurwissenschaftlichen Studiums arbeitete er zunächst im Maschinenbau. In dieser Zeit entstand auch das Stück Leb Wohl, geschrieben angesichts der Not vieler Familien im Zuge des Ukrainekriegs. Im Rahmen eines begleitenden Videoprojekts mit dem Fotografen Joel Carillet reiste Hauser parallel zu seiner Tätigkeit als Ingenieur wiederholt in die Ukraine.

Die Erfahrungen vor Ort und die vielen Gespräche mit Soldaten und traumatisierten Familien führten ihn in einen tiefgreifenden Neuorientierungsprozess. Zurück in Österreich wurde ihm angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs in der Automobilindustrie und der steigenden Berührungspunkte mit Rüstungsprojekten bewusst, wie sehr seine technische Arbeit in globale Konfliktzusammenhänge verstrickt war. Nach Monaten des inneren Ringens entschloss sich Hauser, trotz des Angebots einer Managementposition, seiner musikalischen und rhetorischen Arbeit konsequent Raum zu geben und humanitäres Engagement mit Komposition zu verbinden.

Im Frühjahr 2025 gründete er sein Unternehmen und arbeitet seither, begleitet von Friedensprojekten, an der Veröffentlichung von „Piano of Peace“. Nach einem ersten Konzert im Norden des Libanon im Juni 2025 saß er infolge der kriegerischen Eskalation zwischen Israel und Iran im Nahen Osten fest. Die Eindrücke dieser Tage und die nachfolgenden Gespräche mit verschiedenen diplomatischen Vertretern führten schließlich zu einer Kooperation mit dem österreichischen Außenministerium, das Hausers Arbeit im Rahmen von „Piano of Peace“ international mit Konzerten, Reden und Kompositionsprojekten begleitet. Zuletzt widmete der ORF in Salzburg heute Hauser unter „Musik als Hoffnung“ einen eigenen Beitrag. Für die kommenden Monate zeichnen sich weitere internationale Stationen ab. Geplant sind unter anderem ein TEDx-Auftritt in Salzburg, Konzerte in der Ukraine und in den USA sowie weitere Projekte im Nahen Osten. Damit setzt sich ein künstlerischer Weg fort, der Musik, humanitäre Erfahrung und öffentliche Rede zunehmend in einen größeren internationalen Zusammenhang stellt.

In einem umfangreichen Konzertprogramm nimmt Hauser die Zuhörer mit emotionalen wie dramatischen Klavierwerken mit auf eine Reise durch eine Welt, die in sich zerrissen und zugleich verbunden ist. Sein Klavierspiel schafft dabei eine besondere atmosphärische Weite und Empathie und lässt zuletzt spürbar werden, dass das Leben kostbar und jeder Mensch wertvoll ist.

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